Seitdem meine Eltern mich nicht mehr pünktlich um 20 Uhr ins Bett schicken, befinde ich mich in einem ständigen Spießrutenlauf zwischen zwei Schubladen. Wie die meisten kreativen Menschen (besonders Grafiker und Fotografen), arbeite ich am liebsten nachts. Zwar nicht bis vier Uhr morgens, aber zwei Uhr erscheint mir als Schlafenszeit doch sehr attraktiv. Da gibt es allerdings ein Problem. Ich arbeite zudem nämlich gerne morgens. Früh morgens. Aufstehen um Sechs, Duschen um Halb Sieben, PC anschalten um Acht.
Und bevor hier Gerüchte aufkommen: nein, ich gehöre nicht zu jenen, die mit traumhafter Hintergrundmusik in einem Rosenbett aufwachen, über das ganze Gesicht strahlen und erstmal eine Runde singen. Wenn meine Morgenroutine eine Hintergrundmusik hätte, wäre es wohl die eines Kriegfilms. Vor dem ersten Kaffee braucht man gar nicht probieren, mir ein Wort zu entlocken. Dennoch, ich kann nicht anders. Bürokram geht bei mir einfach am besten morgens. Kreatives findet am Abend seinen Platz. Dazwischen ist viel Zeit für alles andere – bei Tageslicht.

Aber natürlich ist nicht jeder so (verrückt wie ich) und steigt freiwillig morgens aus dem Bett. In der Regel muss man früh aufstehen, weil der Job wartet. Oder die Schule. Meistens Sachen, auf die man sich nicht so freut. Damit der Tag nicht schon am frühen Morgen gelaufen ist, habe ich euch 5 Tipps zusammen getragen, wie ihr Frieden mit dem frühen Vogel schließen könnt.

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1. Mach dir einen Plan

Nichts drückt unsere Motivation so sehr, wie Chaos. Nicht zu wissen, wo man anfangen und aufhören soll. Das muss in der Realität auch gar nicht so sein, aber das müde Gehirn neigt gerne dazu, zusammenhängende Aufgaben überdramatisiert darzustellen. Ich mein, im Vergleich zum kuscheligen, warmen Bett scheint jede noch so winzige Aufgabe zu groß, nicht wahr? Selbst wenn es nur Kaffeekochen ist.  Was tue ich dagegen? Ich habe einen Notizblock an meinem Bett liegen. Abends (nachts), wenn ich mir noch eine Folge meiner aktuellen Lieblingsserie reinziehe, schreibe ich in kurzen Stichpunkten auf, womit ich den Tag beginnen möchte. Muss gar nicht viel sein. Mir reichen meistens die Aufgaben des Vormittags, für den Nachmittag gibt’s nen neuen Plan (oder es kommt eh mal wieder alles anders, als man denkt).

2. Gib‘ dir Zeit

Aus dem Bett und direkt zum Joggen, aus den Laufschuhen in die Dusche, aus der Dusche zur Bahn – na, da hätte ich auch kein Bock drauf. Auch wenn es manchmal bedeutet, dass ich 10 Minuten früher aufstehen muss, gebe ich mir gerne eine kleine Auszeit. Wenn ich meinen ersten Kaffee trinke, gibt es da so eine Regel: Nichtstun. Höchstens aus dem Fenster gucken. Ich nutze die Zeit um mich zu sortieren, meine Gedanken aufzufrischen und ein bisschen Ruhe zu genießen, bevor es stressig wird. Balance ist das A und O, liebe Leute.

3. Morgen- oder Abendduscher?

Es gibt solche und solche. Wenn du aber weißt, dass es du nicht gerne morgens duscht weil du schnell frierst oder keine Zeit hast, dann vermeide das doch einfach. Plane am Abend vorher genug Zeit ein oder hole es am Nachmittag nach. Lange Zeit habe ich mich vor der morgendlichen Dusche gedrückt, weil ich dazu neige, einen Kälteschock zu erleiden. Nicht gerade etwas, worauf man sich am frühen Morgen freut. Mittlerweile sehe ich es etwas anders: Es gibt mir den Kick, um wach zu werden (natürlich immer nur in Kombination mit Kaffee.)

4. Ordnung halten

Wenn wir uns an unsere Kindheit erinnern, haben unsere Eltern meist versucht, den Tagesablauf so strukturiert wie möglich zu halten. Das bedeutet zum Beispiel auch, die passenden Anziehsachen bereits am Abend zuvor zurecht zu legen (Tipp 4.1: Klamotten auf die Heizung legen.. haaaach..) oder die Küche halbwegs sauber zu halten, damit man morgens beim Frühstückmachen nicht im Chaos versinkt.
Wer von euch spielt Sims? Eure Figuren werden ziemlich miesepetrig, wenn die Wohnung dreckig oder unaufgeräumt ist. Irgendwie macht das schon Sinn, oder? Ich achte darauf, dass mein Schreibtisch jeden Abend, wenn ich zu Bett gehe, aufgeräumt ist. Somit muss ich mich am frühen Morgen nicht direkt dem Chaos stellen, sondern kann direkt in die Aufgaben fließen.

5. Auf die innere Uhr hören

Falls ihr zu denjenigen gehört, die nicht so recht mit ihrer inneren Uhr warm werden, gibt es da mittlerweile auch tolle Gadgets. Zum Beispiel spezielle Wecker, die den Sonnenaufgang imitieren oder eine App (die ich benutze), die euren Schlafzyklus analysiert und euch zur gewünschten Zeit sanft aus den Träumen holt.
Die innere Uhr hat auch viel mit Gewohnheit zu tun. Als Mensch halten wir an Mustern fest, die oft wiederholt werden. Bei mir klappt das frühe Aufstehen zum Beispiel außerdem so gut, da ich fünf Jahre lang jeden Wochentag um exakt diese Uhrzeit aufgestanden bin. Zuletzt konnte ich dies sogar ohne Wecker, weil mein Körper unbewusst auf diesen Rhythmus retriggert wurde. Falls ihr also früh aufstehen wollt, variiert eure Weckzeit nicht von Tag zu Tag. Sucht euch eine feste Uhrzeit mit minimalem Spielraum aus und bleibt dabei. Eisern. (Jetzt wieder Kriegsmusik einblenden)

Liebste Grüße,
deine

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Written by Carina Maiwald
Carina hat vor einiger Zeit ihr Herz verloren. Erst an Pferde, dann an die Fotografie. Ihre dritte Leidenschaft, das Reisen, fügt alles zu ihrer persönlichen Definition eines selbstbestimmten Leben zusammen. Ihre Fotografien sind preisgekrönt und erscheinen international in verschiedenen Medien, u.a. National Geographic und CNN. Im Jahr 2016 wurde sie gleich Zwei mal unter die "Top 10 Pferdefotografen weltweit" gewählt. Auf diesem Blog teilt Carina nicht nur ihre Texte und Fotos - sondern vor allem ihre Erfahrungen und Gedanken. Eine ausführliche Beschreibung findest du hier auf der "Über Carina"-Seite.